Warum Du nie erklären solltest, was genau Du tust

#Perspektivwechsel

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Fachvokabel

Wir kennen alle die Situation: Es gibt ein Problem, für das wir eine Lösung suchen.

Wenn wir selbst nicht weiterkommen, wenden wir uns an eine ExpertIn. Natürlich haben wir immer die Hoffnung, dass wir mit unserem Anliegen direkt verstanden werden und uns schnell und unkompliziert geholfen wird. Meistens passiert aber Folgendes: Wir dürfen uns einen langen Vortrag darüber anhören, wie kompliziert das alles ist, was da alles bedacht werden muss und wie das mögliche Lösungsmodell funktionieren könnte. Dafür müssen wir aber erst X entscheiden und Y bedenken und so funktioniert Z. Hier kann man dann auch schon mal sehr gern, sehr tief ins Detail gehen. 

Mein Lieblingsbeispiel ist meine ehemalige Steuerberatung: Jedes Jahr aufs neue wurde der Versuch gestartet, mir das deutsche Steuerrecht von Grund auf zu erklären. 

  • So funktioniert die Änderung der Beitragsbemessungsgrenze
  • Ein Steuerklassenwechsel X hätte die Auswirkungen Y, wenn ich Z anders machen würde. 
  • … und dann gibt es ja noch die Knappschaft … 

Aaaaaargh!

Dabei wünsche ich mir nur eins: Ich möchte meine Unterlagen möglichst effizient vorbereiten, damit ich

A: möglichst wenige Kosten zu tragen habe,

B: die Steuererklärung so erledigt werden kann, dass ich damit keine Probleme bekomme und

C: ich möglichst wenig abgeben muss. Ich möchte definitiv kein Zweitstudium in deutschen Steuerrecht abschließen! 

Verrückterweise stehen die meisten Menschen – egal in welcher Branche sie arbeiten oder mit welchem Thema sie sich beschäftigen – vor einem ähnlichen Problem. Sie suchen Hilfe und wollen herausfinden, was für sie am besten ist. Sie wollen sehen, was sie tun müssen und wie sie profitieren können. In den seltensten Fällen wollen sie komplexe Systeme so gut verstehen, dass sie dazu befähigt wären, die Materie vollumfänglich zu verstehen und das Problem selbst ganzheitlich zu lösen. Wir alle steckt doch so tief in der Materie, dass wir das Gefühl bekommen könnten, die Welt drehe sich einzig und allein um dieses Thema. Eigentlich müsste doch jeder die gleiche Begeisterung dafür empfinden wie wir und möglichst alles darüber wissen wollen. Denn es gibt nichts Spannenderes. Und ich als ExpertIn kann da ja mit meinem Wissen weiterhelfen. Doch – Surprise! – dem ist nicht so! 

Fast niemand, der Hilfe sucht, interessiert sich dafür, was genau Du tust und weißt. Die Menschen interessieren sich vor allem dafür, wie sie von etwas profitieren können oder was sie davon haben, mit Dir zu arbeiten. Sie wollen wissen, wie ihr Leben mit Dir besser wird. Wie genau das funktioniert, ist eigentlich immer zweitrangig. 

Und genau deshalb steht bei unseren Projekten immer ein konzentrierter und menschlich nachvollziehbarer Perspektivwechsel am Anfang einer jeden Zusammenarbeit. Egal, ob wir einen Film produzieren, eine Marke entwickeln oder eine Website aufbauen: Wir müssen uns immer zuerst darüber klar werden, was die Menschen brauchen, die wir für unsere Kunden gewinnen wollen. 

  • Vor welchen Herausforderungen stehen sie? 
  • Welche Bedürfnisse haben sie? 
  • Was wollen sie erreichen? 
  • Welche Hindernisse stehen ihnen im Weg? 
  • Was triggert sie im positiven Sinne? 
  • Wie könnte die perfekte Lösung für sie aussehen?  
  • Was könnte sie davon abhalten, sich für dein Angebot zu entscheiden? 

Erst wenn wir uns über all diese Fragen klar geworden sind, können wir eine Erfolg versprechende Strategie entwickeln. Sonst fangen auch wir an, über die Beitragsbemessungsgrenze zu dozieren. Nur mit diesem Wissen können wir unsere Story so erzählen, dass die Zielgruppen sich persönlich angesprochen und glaubwürdig abgeholt fühlen. Nur so können wir eine ehrliche und persönliche Bindung aufbauen. Und darum geht es doch eigentlich immer: Jeder will sich in seiner Herausforderung verstanden fühlen und eine Lösung oder einen Weg angeboten bekommen, der sein oder ihr Leben leichter oder besser macht.

Wir bieten zu diesem Thema einen Story-Workshop an.

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